Wie gut, dass ich nicht weiß, was ich will

Ich führe bereits einen Blog und eigentlich nicht nur einen, sondern (wenn man es genau nimmt) in Wahrheit zwei Blogs. Der zweite Blog dient jedoch nur als Abrundung/Ergänzung zu einem Fotografie-Projekt, das ich seit einigen Jahren betreibe und deshalb zähle ich diesen Blogteil eigentlich nicht als vollwertigen Blog.

Aber zumindest einen „echten“ Blog, bei dem der Blog selbst der primäre Inhalt und der Zweck der Seite ist, führe ich – wie ich das schon seit Anfang der 1990er Jahre und unter Zuhilfenahme verschiedenster Anbieter und eigener Internetadressen getan habe.

„Wieso“, so könnte man sich fragen, „benötigt so ein Mensch nun noch einen Blog?“ Diese Frage dürfte noch an Nachdringlichkeit zunehmen, liest man in beiden (!) bereits existierenden Blogs dann und wann die selbstanklagende Beschwerde, dass ich einfach nicht genug Zeit in meinem Privatleben hätte, um meine Seiten aktuell zu halten.

Es scheint also (gelinde gesagt) einigermaßen widersprüchlich, jetzt auch noch einen WEITEREN Blog zu starten… zugegeben.

Ich habe jedoch das Problem, dass ich Texte schreiben möchte (bzw. Texte bereits offline geschrieben habe), die inhaltlich weder in den einen noch in den anderen Blog passen und die ich deshalb dort auch nicht veröffentlichen möchte.

Es fehlte mir also bisher einfach die geeignete Umgebung dafür und die Nutzung der „kostenlosen“ Angebote bei einem der vielen Blogdienste wie zum Beispiel Blogger oder Tumblr (usw.) war schon immer nicht besonders attraktiv für mich, seit ich mich ungefähr Ende der 90er Jahre auf die Nutzung eigener Internetadressen konzentrierte.

Deshalb (und aller knapper Freizeit zum Trotz) habe ich hingekritzelt.de geschaffen, um eine Spielwiese für die Gedanken zu haben, die auf meinen anderen Seiten kein Zuhause hätten. Ich will versuchen, diesen Blog ohne Zeitdruck zu führen und kein schlechtes Gewissen zu bekommen, wenn innerhalb einer Anzahl von „n“ Tagen oder gar Wochen kein neuer Inhalt hinzugekommen ist.

Doch will ich gleichzeitig nicht disziplinlos sein und diesen Blog ohne einen gewissen Anspruch führen. Ich will versuchen meine Texte gewissenhafter zu verfassen (als ich das in der Vergangenheit getan habe) und ich möchte mich dabei auch inhaltlich verbessern. Da ich mich hier in inhaltlich breiterer Art und Weise austoben kann, sehe ich dafür gute Chancen und wenn dazu womöglich noch das eine oder andere Feedback eines geneigten Lesers oder einer geneigten Leserin hinzukommt, dann wäre dies eine wunderbare Sache.

Was ich jedoch konkret mit diesem Blog will, weiß ich noch nicht. Ich habe mal zwei Kategorien („Poesie“ und „Kurzgeschichten“) angelegt, die zu meinen bereits existierenden Offline-Texten passen. Was sonst noch an Inhalt hier hinzukommt, ist ungewiss und wird wohl auch eher experimentellen Charakter haben – was die ganze Sache deshalb aber nicht zwingend uninteressanter werden lassen muss.

Man wird sehen.